Anderl's BMW 325i Touring, Erstzulassung Juli 1989

Einen E30 Touring fanden meine Frau und ich schon immer wunderschön. Diese elegante und sportlich verpackte Dynamik, gepaart mit den praktikablen Seiten eines Fünftürers, hat uns schon immer die Hälse verdreht, wenn ein besonders schickes Exemplar an uns vorbei rauschte. Nach zwei Limousinen in meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit ('84er 320i von 1988 bis 1990 und '87er 325i von 1990 bis 1994) spielte mir das Schicksal einen Touring in einer Ausstattung zu, die man mittlerweile immer schwieriger bekommt, nämlich mit allem, was das Herz begehrt.

Die wichtigsten Daten in Kürze: mit der Lackierung in diamantschwarz-metallic ist er ein typischer Vertreter seiner damaligen Zeit. Obligatorisch und serienmäßig sind die Ausstattungsvarianten "Shadow-Line" und "Wärmeschutzverglasung grün". In Sportsitzen mit Lederpolsterung schwarz und Sitzheizung reist es sich besonders gut. Für die Passagiere im Fond gibt es auch Kopfstützen. Im Sommer verschaffen elektrische Fensterheber vorne, elektrisches Stahlschiebedach und Klimaanlage die notwendige Kühlung. Mit dem Sportvolant in Leder hat man die Dynamik des Fahrzeuges gut im Griff. Die sportliche Fahrwerksabstimmung (bestehend aus M-Technik-Komponenten) inklusive Tieferlegung und Niveauregulierung hinten hat daran erheblichen Anteil. Einen echten Hingucker stellt der Radsatz von Alpina dar. Im Winter erfreut man sich an den beheizten Scheibenwaschdüsen und am beheizten Fahrertürschloß. In der Nacht ist man froh über das Innenlichtpaket mit verzögerter Dimmung der Innenbeleuchtung und die Kartenleseleuchten (in den Innenrückspiegel integriert). Das Soundsystem unterhält die Insassen jedoch bei Tag und in der Nacht.

Reichlich Vorbesitzer haben jedoch nicht nur erfreuliche Spuren hinterlassen. Eine Revision des Fahrwerks ist nach mittlerweile 15 Jahren sowieso obligatorisch. Aber die Überreste von mehreren Versionen von Nachrüst-HiFi wirkten sich inzwischen sehr negativ auf die gesamte Karosserie-Elektrik aus! Rost an Fahrertür, Schiebedachplatte und Heckklappe ließ sich schon bei der Fahrzeugbesichtigung feststellen (und entsprach auch der Erwartung). Aber was dann wirklich auf mich zukam ... aber seht selbst!

Nach Abschluß der Arbeiten präsentiert sich der Wagen weitgehend im Zustand gemäß unserer Satzung ;-)

Motorraum

Der Motor selbst verlangte im Prinzip nur nach einer großen Inspektion.

(Und der Motorraum nach einer gründlichen Reinigung ...) Im Bereich des Ansaugtrakts demontierte ich Leerlaufregler und Drosselklappenstutzen. Diese wurden gründlich gereinigt und wieder gängig gemacht. Der Drosselklappenschalter erwies sich als defekt.

Ein Kaltlaufregler von Twin-Tec verhilft dem 2,5-Liter zu Euro 2:

Dieser ist am Halter für den Luftfilterkasten montiert:

Hier der gesamte Motorraum in der Totalen, der Kaltlaufregler befindet sich vorne links und ist dort wohl am besten aufgeräumt. Beim mechanischen System von Twin-Tec fällt zum Glück keine weitere Fummelei mit Elektrik und separatem Steuergerät an.

Der Sixpack ist nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch ein ästhetischer Anblick!

Über Sinn und Unsinn einer Domstrebe wurde im Forum schon ausführlich diskutiert. Ich bestehe darauf!

Innenraum

Willkommen zu Hause!

Das Lenkrad M-Technic II ist frisch aufbereitet:

Genau so sieht das Cockpit für die Freude am Fahren aus!

Bei den Sechszylindern ist die Check-Control zur Überwachung der wichtigsten Bordfunktionen obligatorisch:

Mit ein wenig Mühe und tatkräftiger Unterstützung aus dem Club ließen sich wieder originale und neuwertige Bordunterlagen auftreiben:

Das Instrumentarium ist wieder komplett bestückt und einsatzbereit:

Ein M3 spendierte den Lederbezogenen Griff für den Handbremshebel

Die Armaturenkonsole ist voll belegt (der Schalter über dem Radio links schaltet die Innenbeleuchtung zusätzlich ein und aus, ein nettes Komfort-Gimmick) ...

Das BMW Bavaria C Professional läuft problemlos (nur der Einbau aller Komponenten war aufwendig!):

"Referenz der absoluten Spitzenklasse!" (auto hifi Nr. 3/91) Und bis heute richtungsweisend in Punkto Empfang, Klang und Bedienbarkeit!

Das Abendlicht gibt dem Innenraum eine ganz eigene Farbnote:

Das Leder wurde mit Materialen vom Lederzentrum.de wieder auf Vordermann gebracht:

Da nimmt man doch wieder gerne Platz, oder?

Da wollen wir mal hoffen, dass das gute Stück nie gebraucht wird!

... ebenso wie das Bordwerkzeug, das im Touring mangels Werkzeugklappe in einer Rolle ausharren muss:

Das Abteil für die Fondpassagiere:

Lieber ein Getränkehalter für die Kleinen aus dem Zubehör als Apfelsaftflecken auf dem Teppich ;-). Die elektrischen Fensterheber hinten wurden "nebenher" mit eingerüstet.

Die Rücksitzlehne läßt sich kinderleicht umklappen und ein Plätzchen für die Kopfstütze findet sich dabei auch noch:

Gepäckraum

So sieht der einseitig erweiterte Gepäckraum aus:

Das Ganze geht natürlich auch beidseitig:

Die im Bild hochkant geklappten Sitzflächen lassen sich übrigens blitzschnell mit einem Handgriff ausbauen. In der quer liegenden Kassette ist die Laderaumabdeckung zum Ausziehen untergebracht:

Die Laderaumabdeckung beinhaltet ein Trennnetz zum Passagierraum:

Von vorne sieht das urig aus:

In der Seitenklappe rechts sind der 6-fach CD-Wechsler, das Interface und das Tuner-/Empfangsteil vom Professional untergebracht:

Als Hilfestellung im Dunkeln ist jetzt das rechte Seitenfach beim Öffnen beleuchtet:

Unter dem Boden befindet sich - wie gehabt - das Reserverad:

Aber nur im Touring kann man unter dem Reserverad auf die Druckbehälter einer Niveauregulierung stoßen:

Karosserie

Die "klassische" Niere (höher als breit!) kündigt zumeist eines der schöneren Fahrzeuge in unserem Straßenbild an:

Und genau so blickt ein klassischer BMW aus seinen vier Scheinwerfern:

Wer da nicht zum E30-Fan wird, sollte lieber den ÖPNV nutzen ;-)

Hier stemmt sich noch die klassische BMW-Front den Elementen entgegen. Worin soll auch der Sinn heutiger, moderner und rundgelutscher Seifenstücke liegen? Ein BMW hat schließlich genug Kraft!

Über Jahrzehnte wurde das Gesicht der Marke durch Stilelemente geprägt, wie sie auch hier deutlich zum Ausdruck kommen. Leider wurden sie Mitte der Neunziger Jahre dem Mittelmaß geopfert, um im uniformen Einheitsbrei der globalen Wertschöpfung die maximale Kundenstreuung zu erzielen. Aber so ähnlich jammerten ja schon seinerzeit die Liebhaber des 02, oder? ;-)

Diamant-schwarz-metallic schimmert wunderschön und steht dem Wagen wirklich gut:

Touring - der schönere E30?

Auf jeden Fall passen die größeren Rückleuchten aus dem Facelift-Programm optisch wesentlich besser zum Touring als zur Limousine:

Am Auspuff erkennen die Kenner sowohl optisch als auch akustisch: in diesem Fahrzeug ist der berühmte 2,5-Liter Sechszylinder zu Gange!

Für alle anderen: ein "dezenter" Hinweis ;-)

Oder als kleine Spielerei auch mal so:

Der schräg gestellte Abschluß setzt mehr auf Design als auf DIN-Rauminhalt (gut so!) ...

... und so entstand eine gelungene Synthese aus Sportlichkeit, Dynamik und praktischer Variabilität.

Auch und gerade die "Pfeilung" des Vorderwagens gibt dem E30 sein typisches Gesicht:

Ein kleiner Rückblick: noch ohne Frontlippe und mit Delle in der Motorhaube präsentierte sich der Wagen noch fünf Monate vorher. Dafür fällt der Blick auf die Sommerbereifung mit Alpina-Rädern, ebenfalls ein Design-Klassiker:

Inzwischen ist das gute Stück montiert:

Schwarz gedeckte Blinkleuchten fügen sich harmonisch in die Stoßleiste ein:

Gerade beim Touring wirkt die Silhouette gestreckt und elegant:

Zum Glück bekam der Touring seinerzeit ein fast Coupé-artiges Heck verpasst!

Das Heck des Touring in Detailansichten:

Wer über die ungünstig geschnittene Aussparung der Ladekante zwischen den Rückleuchten meckert, hat Sinn und Zweck dieses Lifestyle-Transporteurs nicht begriffen:

Details: als Zweitfahrzeug für die moderne Frau mit Kids trifft dieses Schild ins Schwarze ;-)

Und mit Liebe zum Detail wurde auch der ansonsten mattschwarze Dachkantenspoiler lackiert:

Die Proportionen harmonieren perfekt ...

... sogar im Rückspiegel eines einzelnen E30 steckt mehr Design als in einer ganzen Jahresproduktion Golf III ;-) ...

... im Verhältnis zur Fahrzeuglänge ist der Vorderbau ziemlich lang gestreckt - das verleiht dem Wagen auch optisch die Kraft, die ihm innewohnt.

Da capo: