Der Neuaufbau

Die Vorbereitungen

Der Neuaufbau des Fahrzeugs wurde wochenlang vorgeplant. Nach einer gründlichen Bestandsaufnahme erwies sich ein diamantschwarzer 320i Touring mit Motorschaden bei meinem Fahrzeugverwerter um die Ecke als Glücksfall (bzw. ich hatte dieses Fahrzeug beim Kauf des 325ers schon im Hinterkopf ;-)

Somit war die Problematik der Beschaffung von Karosserieteilen und Innenausstattungsteilen schon im Vorfeld glücklich geklärt.

Da das Fahrzeug leicht "verbastelt" war (z.B. tiefer gelegt und mit Koni gelb vorne, Zubehör-Lenkrad und Metallplatten auf den Pedalen), musste adäquater Ersatz beschafft werden. Teile der originalen Ausstattung fehlten (z.B. Radio, Soundsystem-Lautsprecher, Kartenleseleuchten) oder waren defekt (Fensterheber rechts, ZV hinten). Also war klar: erst mussten die notwendigen Teile beschafft werden. Dann wird das Fahrzeug zerlegt und "ausgeräumt". Wenn sich der Karosseriebauer darüber hergemacht hat, wird die Ausstattung repariert, komplettiert und wieder eingebaut.

Eine Überholung des Fahrwerks macht nur Sinn, wenn wirklich alle massgeblichen Teile neu beschafft werden. Und da kommt ganz schön was zusammen! Das sieht man schon bei den für die Revision der Vorderachse notwendigen Teile:

Unschwer erkennt man hier schon einen "Tick" von mir: Wenn ich eine alte Schraube mal gelöst habe, wird sie grundsätzlich durch eine neue ersetzt!

Wer sich die Teile der Hinterachse genau anschaut, erkennt: keine Stossdämpfer - die von der Niveauregulierung arbeiten allerdings so gut wie verschleißfrei und waren noch top in Schuß. Die Silentlager wurden im Vorjahr noch durch den Vorbesitzer gewechselt, also bestand auch hier kein Handlungsbedarf.

Durch die extreme Tieferlegung war der Körper des Katalysators komplett aufgerissen. Welch Glück, dass der Kat aus meinem Schlacht-Touring identisch war!

Den ausgebrannten Endtopf mit "DTM-Rohr" ersetzte ich durch ein originales Teil, das beim 325 auch schon richtig gut klingt und aussieht. Allerdings ließ ich dem aluminierten nackten Blech eine liebevolle Lackierung angedeihen.

Wenn die Auspuffanlage schon mal runter ist, kann man auch gleich die Abschirmbleche ersetzen. Nach 15 Jahren sind sie einfach nur rott (Mit Ausnahme des großen Abschirmblechs über dem Kat: das besteht aus Edelstahl und ließ sich wunderbar wieder aufpolieren!):

Wenn die Abschirmbleche schon mal weg sind, dann kann man auch gleich das Mittellager der Kardanwelle ersetzen. Das empfiehlt sich nach mittlerweile 200.000 km sowieso:

Die Gummimanschetten der Antriebswellen waren zwar noch nicht durch, aber hart und leicht rissig. Also überholte ich schon in der Vorbereitung das Paar, welches ich dem Schlachte-Touring entnommen hatte. Der Austausch gestaltete sich dann nämlich um so fixer:

Die Karosserie

Rost an der Batterieaufnahme ...

... ist schnell behoben.

Selbst die ausgetauschte Heckklappe (äußerlich i.O.) bedarf der Rostbehandlung. Aber besser als die alte Klappe - die war nämlich komplett durchgerostet!

Das wird in den Oldtimer-Kaufberatungen der Zukunft der "Klassiker" sein: Heckklappe am Touring! Beim Säubern der Radhäuser hinten fiel die Hydraulik der Niveauregulierung ins Auge:

Aber leider nicht nur die! Diese Anrostung am Ende des Seitenschwellers im linken hinteren Radhaus sollte sich noch als harmlos herausstellen:

Richtig übel wurde mir beim Anblick der Schäden im hinteren rechten Radhaus, nachdem ich den Schmutz entfernt hatte:

Könnt Ihr die Durchrostung am Verlauf des Längsträgers erkennen? Diese Durchrostung gewährt freien Durchblick bis in den Innenraum!

Ein Fall für den Profi! Hier war das Ende für mich als Heimwerker erreicht.

Beim Ausschleifen kam noch eine zweite Durchrostung am Ende des rechten Seitenschwellers zum Vorschein:

Das marode Blech wird sorgfältig ausgeschnitten ...

... und mit passend gemachten Blechen zugeschweisst:

Der Halter für den Ausgleichsbehälter des Tanks war sowieso angerostet:

Schlimmer war da schon die zweite Durchrostung im rechten Radhaus, nämlich in Richtung Heck:

(hier der Anblick vom Radhaus aus) Auch hier wurde das kranke Blech rausgetrennt ...

(hier der Anblick vom Gepäckraum aus) ... und ein passendes Stück eingeschweißt:

Nach dem Verschleifen

muss nur noch lackiert werden. Nach dem Auftragen von Steinschlagschutz und Wachs ist nichts mehr zu sehen:

Auch die "Baustelle" im vorderen Bereich des Radhauses wurde unsichtbar:

Die Anrostungen im Bereich der vorderen Radhäuser

waren kaum der Rede wert. Auch hier kam zum Abschluß Saisonwachs zur Anwendung:

Der (rostfreie) Unterboden wurde gründlich gereinigt und ebenfalls mit Saisonwachs behandelt:

Zur besseren Verarbeitung wurden die nagelneuen Abschirmbleche vorher demontiert, damit sie nicht eingesaut werden:

Das Wachs wurde sorfältig in jeden Winkel gesprüht:

Vorne war es glattflächiger und somit einfacher:

Die Anrostung an der linken Lötnaht vom Heckabschlußblech erwies sich fast schon als Lappalie:

Und schon fertig:

Das Innenleben Und so sah es im Innenraum aus:

Abgezwackte Kabel allerorten ...

... zwangen zur Radikalkur: Alles raus und Wechsel von ganzen Kabelbäumen!

Die Überreste des "kastrierten" Sound-System - Kabelbaumes werden säuberlich herausgefieselt - hier der Anfang:

Bevor die recht umfangreiche Professional-Audio-Anlage aus einem E32 eingebaut werden kann, wird sie im heimischen Bastelkeller einem Probelauf unterzogen. Zum Glück: das Interface des CD-Wechslers erwies sich als defekt ...